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OVAG Literaturgarten – Es erzählt Klaus Busch

26 August | 17:00 - 19:30

Geschichten ums Räuchern — die Spiritualität der pflanzen

Die Geschichte der Menschheit und das Feuer sind untrennbar miteinander verbunden. Wir dürfen annehmen, dass von Anfang an das Räuchern, das Verglimmen von frischen oder getrockneten Pflanzen, Teil der menschlichen Kultur waren. Zufällig und beiläufig mochten Pflanzenteile in die Glut geraten sein. Aufsteigender Rauch verbreitete Duft, erzeugte Stimmungen, hatte vielleicht wohltuende, gar heilende Wirkung auf die frühen Menschen, die um die Feuerstelle saßen. — In allen Kulturen weltweit spielt das Räuchern eine Rolle. Selbst in unseren „modernen” Zeiten gibt es davon noch Spuren. Das Konservieren von Fleisch oder Fisch ist ohne Salz und Rauch nicht möglich gewesen. Im katholischen Mess-Kult werden an den Hochfesten im Kirchenjahr Altar, Priester und die Gemeinde der Gläubigen mit Weihrauch geräuchert. In Tempeln, vor Götterbildern und Heiligenfiguren glimmen unzählige Räucherstäbchen. In vielen Kulturen werden Hochzeitspaare beräuchert. Im Kreißsaal, am Krankenlager, im Sterbezimmer wird auch bei uns manchmal noch geräuchert. Zur Desinfektion in Haus und Stall hat man Rauch eingesetzt. Bei aufziehendem Unwetter wurden aus dem Kräuterbuschen vertrocknete Kräuter gezupft und auf der Herdplatte verräuchert, um das Unheil abzuwehren. Diese Marienkräuter, zu einem stattlichen Strauß gebunden, waren zu Mariae Himmelfahrt in der Messe geweiht und daheim in der Stube an einem Ehrenplatz aufgehängt worden. Dort hatte man die segensreichen Kräuter immer für Notfälle zur Hand. Unzählige Geschichten und Legenden ranken Sich um die Marienkräuter, orale Literatur im besten Sinne.

Für Interessierte liegt am Ende der Veranstaltung eine Liste mit weiterführender Literatur aus.