Interkommunale
Projekte
GEMEINSAM
setzten sich die elf Landesgartenschau-Kommunen für eine lebenswerte Zukunft ein. Dabei denken sie über ihren kommunalen Tellerrand hinaus und bewirken echte Veränderung, die sich sehen lassen kann.
Insbesondere Naturbegeisterte, egal ob von Nah oder Fern, können diese Veränderungen erleben: Bei Wanderungen, beim Radfahren oder beim Spaziergang in Wäldern und Wiesen der Region zeigt sich das Engagement. Die Projekte lassen sich sehen, spüren und sogar schmecken!
Interkommunaler Ausbildungsverbund
Mit dem interkommunalen Ausbildungsverbund schaffen drei Kommunen gemeinsam ein zukunftsweisendes Ausbildungsangebot in der Region. In Kooperation mit der Landesgartenschau GmbH bilden Echzell, Limeshain und Büdingen angehende Gärtnerinnen und Gärtner (Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau) aus.
Die Auszubildenden lernen im Wechsel in den städtischen Bauhöfen der drei Kommunen und besuchen die Berufsschule in Gießen. Ergänzt wird das Modell durch die Zusammenarbeit mit Fachbetrieben aus dem Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau).
Ziel ist es, die Nachwuchskräfte nach erfolgreichem Abschluss langfristig in den Kommunen zu beschäftigen und so Fachkräfte vor Ort zu sichern.
Barrierefreie Wanderwege
In jeder der elf Kommunen werden zwei Wege entwickelt, die über eine einfache Zugänglichkeit verfügen und von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen genutzt werden können. Ein kleiner, aber wichtiger Baustein, um Teilhabe und Inklusion zu fördern und Oberhessen als Wanderregion aufzuwerten.
Das LEADER-geförderte Projekt wird vom Wetteraukreis getragen und vom Unternehmen Barrierefreies Wandern aus Friedberg umgesetzt, welches die Streckenplanung und die Entwicklung des Konzepts übernimmt. Das Büro bringt dafür langjährige Erfahrung mit. Unterstützt wird das Projekt von einer Steuerungsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der Landesgartenschau gGmbH, des Vereins Oberhessen, des Wetteraukreises und der Tourismus.Region Wetterau GmbH.
Die Streckenplanung findet in Abstimmung mit den Kommunen statt, um vorhandene Wege, Sehenswürdigkeiten und Projekte einzubeziehen. So können auch kleinere Ortschaften, ihre oft noch als Geheimtipps geltenden Entdecker- und Erlebnispunkte attraktiv gestalten und sichtbar machen.
Das Angebot richtet sich an Menschen mit Gehbehinderung, Rollator- oder Rollstuhlnutzer, Prothesenträgerinnen, Handbiker, Seniorinnen und Senioren sowie an Familien mit Kinderwagen.
Gefördert durch
NussEcken für alle
Im Rahmen der Landesgartenschau Oberhessen 2027 entsteht ein interkommunales Projekt mit sogenannten „NussEcken“. In mehreren Kommunen werden veredelte Walnussbäume unterschiedlicher Sorten als Beitrag zur genetischen Vielfalt und Anpassungsfähigkeit, Esskastanien (Maronen) sowie vereinzelt auch Pekan-Nussbäume gepflanzt.
Die Standorte liegen gut erreichbar an Rad- und Wanderwegen, an Feldrändern, im Wald oder auf privaten Flächen. Alle Pflanzorte sind öffentlich zugänglich – vorbeikommende Besucherinnen und Besucher dürfen künftig auch ernten.
Die Idee dahinter ist einfach und zukunftsorientiert: Nussbäume gelten als klimaresilient, trockenheits- und hitzetolerant sowie vergleichsweise pflegearm. Sie spenden Schatten, verbessern das Mikroklima, leisten einen Beitrag zur ökosystembasierten Klimaanpassung und liefern zugleich hochwertige, regionale Nahrungsmittel. Als Ergänzung zur traditionellen Streuobstlandschaft tragen sie zur Weiterentwicklung der landschaftlichen Kulisse Oberhessens bei und stärken die Anpassungsfähigkeit der Kulturlandschaft an die Folgen des Klimawandels. Getragen wird das Projekt vom Wetteraukreis, Verein Oberhessen sowie der Landesgartenschau Oberhessen 2027 gGmbH. Unterstützt wird es unter anderem von der Firma HESSOL und IMA Ranstadt. Gepflanzt durch die Kommunen, Obst- und Gartenbauvereinen, dem Nabu sowie von engagierten Privatpersonen. Dezentral über die gesamte Region Oberhessen verteilt entsteht ein wachsendes, interkommunales Netzwerk an Pflanzorten, das kommunale Grenzen überwindet, lokale Akteure einbindet und Landnutzung, regionale Wertschöpfung sowie klimafeste Grünstrukturen verknüpft. Gleichzeitig stärkt das Projekt die landschaftliche Identität und Sichtbarkeit Oberhessens wie beispielsweise den OberhessenSteig und die EntdeckerRouten als zukunftsfähige Kulturlandschaft.
Blühflächen und Wildblumenwiesen
Zur Landesgartenschau Oberhessen sollen im Jahr 2027 möglichst viele Blühflächen entstehen. Denn Wildblumenwiesen und Blühflächen sind äußerst artenreiche Lebensräume, die vielen Tieren als Futterquelle, Brutplatz, Unterschlupf und Winterquartier dienen. Sie stärken die Biodiversität, werten die Landschaft ästhetisch auf und können die Lebensqualität langfristig verbessern. Mit LEADER-Fördermitteln konnte der Wetteraukreis als Träger des Projekts das Unternehmen LandKonzept aus Niddatal mit der Konzeption von Blühflächen für alle Kommunen beauftragen. Das Fachbüro für ökologische Planung und Regionalentwicklung um Frank Uwe Pfuhl hat Handlungsempfehlungen für die Anlage der Blühflächen erarbeitet, die auf den regionalen Gegebenheiten basieren.
Weitere Projektbeteiligte sind die Landesgartenschau gGmbH, der Verein Oberhessen, verschiedene Fachbehörden und der Naturschutzfonds Wetterau e.V.
Netzwerk Landerlebniswochen
Mit dem Netzwerk Landerlebniswochen entsteht in Oberhessen und der Wetterau ein regionales Netzwerk, das Menschen aus Kultur, Vereinen, Initiativen, Kommunen, Landwirtschaft, Handwerk und weiteren Bereichen zusammenbringt. Ziel ist es, neue Verbindungen zu schaffen, gemeinsames Engagement zu fördern und die kulturelle Vielfalt der Region langfristig sichtbar zu machen.
Das Projekt ist Teil des Bundesprogramms „Aller.Land – zusammen gestalten. Strukturen stärken.“, das Kultur, Beteiligung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in ländlichen Regionen fördert. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein ein Veranstaltungsprogramm: Unterschiedliche Akteurinnen und Akteure entwickeln gemeinsam Formate, tauschen sich aus und erproben neue Formen der Zusammenarbeit.
Das sichtbarste Format des Netzwerks sind die Landerlebniswochen. Über mehrere Wochen werden Orte in der Wetterau und in Oberhessen zu dezentralen Kulturbühnen. Konzerte, Theater, Ausstellungen, Workshops, Feste, Märkte und Mitmachangebote zeigen die Vielfalt der Region und schaffen Begegnungen zwischen Menschen, Orten und Ideen.
Damit knüpft das Netzwerk unmittelbar an den interkommunalen Gedanken der Landesgartenschau Oberhessen 2027 an: kommunale Grenzen überwinden, Menschen miteinander verbinden und Strukturen schaffen, die über das Veranstaltungsjahr hinaus Bestand haben.
Gefördert durch
Oberhessen Radweg
Der Oberhessen-Radweg wird die Kommunen Gedern, Hirzenhain, Ortenberg, Ranstadt, Nidda und Schotten miteinander verbinden und dazu beitragen, das touristische Potenzial der Region Oberhessen zu erschließen. Gemeinsam mit einem Neubauprojekt des Bundes werden die vorhandenen Fernradwege dabei miteinander verbunden.
Sehenswürdigkeiten
Im Streckenverlauf gibt es zahlreiche geschichtsträchtige Orte, bei denen mehr über die Vergangenheit der Kelten, der Römer oder der Braunkohleförderung in Erfahrung gebracht werden kann. Die regionalen Anziehungspunkte wie die neu geschaffenen Flächen der Landesgartenschau, die Schlösser, Museen und historischen Zentren mit denkmalgeschützten Fachwerkgebäuden laden dazu ein, die Region Stück für Stück zu entdecken. Im Verlauf der Route ist das Thema Wasser ein zentrales und wiederkehrendes Element, das von Renaturierungsflächen und Aufweitungen der Uferbereiche über die Salzquellen in Bad Salzhausen, die Quelle des Seemenbaches in Gedern oder mehrere Natur- und Freibäder reicht. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Natur: Vom Sattel aus können die Magerrasen- und Streuobstwiesen, Blühflächen oder Naturdenkmäler kennengelernt werden.
Streckenverlauf
Bereits im Jahr 2023 gab es erste Überlegungen hinsichtlich möglicher Routenverläufe, die dann zwischen dem Wetteraukreis, dem Verein Oberhessen und der Wirtschaftsförderung abgestimmt und konkretisiert wurden.
Die Strecke verläuft zwischen Schotten und Ranstadt auf dem Hessischen Radfernweg R4 gemeinsam mit dem Niddaradweg und südlich davon auf dem Vulkanradweg zwischen Gedern und Ortenberg.
Die beiden Spangen werden über das Neubauprojekt zwischen Ortenberg-Selters und Ranstadt an der B275 geschlossen, das zur Eröffnung der Landesgartenschau im April 2027 fertiggestellt sein soll.
Im nördlichen Verlauf sind Querverbindungen zwischen Gedern-Steinberg und Nidda-Eichelsdorf als auch über den Hoherodskopf im Vogelsbergkreis geplant, die aufgrund der Topographie und der nicht durchgängigen Asphaltierung vorwiegend für sportive FahrerInnen geeignet sind.
Die Route entlang der Täler dahingegen zeichnet sich in erster Linie durch ihren landschaftlichen Charakter und durch eine vorwiegend geringe Topographie aus.
Je nach Routenwahl können bis zu drei Längen mit Distanzen von insgesamt 49, 50 und 83 Kilometern zurückgelegt werden.
Rastmöglichkeiten
Am Wegesrand befinden sich zahlreiche Sitzmöglichkeiten und Aufenthaltsflächen – wie die „Anglerhütte“ in Glauburg an der Nidder –, die in Teilen noch ausgebaut oder erweitert werden.
Des Weiteren existieren gastronomische Angebote und neun zertifizierte Bett+Bike-Unterkünfte in den elf LGS-Kommunen. In acht Fahrradwerkstätten und Fahrradläden können die Räder repariert werden.
Erlebnisweg Flusslauf Nidda
Die Städte Schotten und Nidda planen ein besonderes Projekt: Den „Erlebnisweg Flusslauf Nidda“ – ein interaktiver Bildungs- und Erlebnispfad entlang des Flusses.
Die Route beginnt an der Quelle der Nidda im Hohen Vogelsberg und folgt dem Verlauf des Radwegs R4 (Regionalpark – Niddaroute). Sie verbindet die Städte Schotten und Nidda sowie über eine Zusatzschleife den Kurort Bad Salzhausen. Die Strecke ist in beide Richtungen befahrbar, gut ausgeschildert und umfasst insgesamt 37,7 km, endend am Orbes an der Gemarkungsgrenze zu Ranstadt.
Bereits bestehende Informationspunkte werden entlang des Weges eingebunden und durch über 100 neu identifizierte Erlebnispunkte erweitert – von der Sole und Kneipp-Kultur bis hin zur historischen Stangenkunst in Bad Salzhausen.
Die finale Ausgestaltung erfolgt im Rahmen der Ausführungsplanung, die zeitnah ausgeschrieben wird.
Dank eines positiven LEADER-Förderbescheids stellen die Regionen Vogelsberg und Wetterau/Oberhessen gemeinsam rund 199.977 € bereit. Die Förderung deckt rund zwei Drittel der geplanten Gesamtkosten von 300.000 € und setzt sich aus EU-Mitteln (ELER, 80 %) sowie Landesmitteln (20 %) zusammen.
Gefördert durch
EntdeckerZeit Oberhessen
Mit der EntdeckerZeit in Oberhessen werden die besonderen Orte und Geschichten der Region miteinander verbunden und erlebbar gemacht. Ausgangspunkt sind die EntdeckerPunkte: versteckte Orte, Lieblingsplätze, historische Gebäude, Sehenswürdigkeiten und weitere Besonderheiten, die im Rahmen einer Mitmach-Aktion aus der Region zusammengetragen wurden. Mehr als 150 dieser EntdeckerPunkte wurden den Themen Geschichte, Vulkan, Natur, Wasser, Kultur und Heimat zugeordnet.
Aus diesen Punkten entstanden EntdeckerRouten für Wandernde und Radfahrende sowie kuratierte Touren für Tagesausflüge. Unterschiedliche Streckenlängen und Angebote sprechen verschiedene Zielgruppen an und führen zu bekannten Sehenswürdigkeiten ebenso wie zu weniger bekannten Schätzen Oberhessens. Dabei werden bestehende Wege aufgegriffen und durch neue Verbindungen ergänzt.
Unter dem gemeinsamen Namen „EntdeckerZeit“ werden die unterschiedlichen Touren gebündelt. Sie verbinden Orte und Angebote über kommunale Grenzen hinweg und machen die landschaftliche, kulturelle und geschichtliche Vielfalt Oberhessens auf unterschiedlichen Wegen erfahrbar.
So entsteht ein gemeinsames touristisches Angebot für die Region, das Besucherinnen und Besucher dazu einlädt, Oberhessen während der Landesgartenschau und darüber hinaus immer wieder neu zu entdecken.
Gefördert durch
Der OberhessenSteig
Der OberhessenSteig verbindet als Mehretappenwanderweg die Region und viele der Orte der Landesgartenschau Oberhessen 2027. Auf Basis eines ersten Streckenentwurfs vom Vogelsberger Höhen-Club wurde der OberhessenSteig in Abstimmung mit den Kommunen, Forstbehörden, Naturpark Vulkanregion Vogelsberg und weiteren lokalen Akteuren entwickelt.
Neben der Streckenführung umfasst die Planung auch die Gestaltung der Infrastruktur, mögliche Begleitinszenierungen sowie Konzepte für Beschilderung, Vermarktung und Instandhaltung des Wanderwegs.
Von der Idee zur Ausführung
Bereits 2022 hatte der Zweigverein Büdingen des Vogelsberger Höhen-Club (VHC) die Idee zu einem Fernwanderweg, der die Region Oberhessen verbindet. Der OberhessenSteig war geboren.
Der VHC, der sich als Naturschutz- und Wanderverein der Strukturförderung, Erschließung der Region und Förderung des Wanderns widmet ist schon seit 1881 in der Region aktiv. Mit dem OberhessenSteig möchte er die einmalige Kultur- und Naturlandschaft der Kommunen Oberhessens miteinander verbinden und erlebbar machen.
Projektträger: Verein Oberhessen e.V. und die Landesgartenschau Oberhessen 2027 gGmbH
Ideengeber und Unterstützer: Vogelsberger Höhen-Club e.V. 1881 (VHC) Weitere Unterstützende sind der Wetteraukreis, die Wetterau Touristik sowie der Vogelsbergkreis.
Für die Durchführung des Planungsprozesses und die Erstellung der Umsetzungskonzeption wurde das externe Planungsbüro Tour Konzept eG beauftragt.
Buntes Klassenzimmer
Das Bunte Klassenzimmer macht die Landesgartenschau Oberhessen 2027 zu einem besonderen Lernort für Jung und Alt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können hier Natur, Umwelt und die Region auf vielfältige Weise entdecken – praxisnah, anschaulich und mit viel Raum zum Mitmachen und Ausprobieren.
Im Auftrag der Landesgartenschau Oberhessen 2027 wird das Bunte Klassenzimmer von der NABU Umweltwerkstatt organisiert. Gemeinsam mit Partnern, Vereinen, Institutionen und weiteren Akteuren aus der Region entsteht ein abwechslungsreiches Bildungsprogramm. Die Angebote greifen unterschiedliche Themen auf – von Natur und Umwelt über Nachhaltigkeit und Klimaschutz bis hin zu Kultur, Landwirtschaft und regionalen Besonderheiten. Dabei stehen eigenes Ausprobieren, Forschen und gemeinsames Entdecken im Mittelpunkt.
Das Bunte Klassenzimmer bringt Wissen und Engagement aus ganz Oberhessen zusammen. Regionale Akteure können ihre Erfahrungen und Kompetenzen einbringen und zeigen, wie vielfältig die Region und das Wissen vor Ort sind.
So entsteht während der Landesgartenschau ein außerschulischer Lern- und Erlebnisort, der Bildung, Naturerlebnis und die Region miteinander verbindet.
Interkommunale WebApp
Mit der WebApp der Landesgartenschau Oberhessen 2027 entsteht ein digitaler Begleiter, der die Gartenschau und die gesamte Region miteinander verbindet. Besucherinnen und Besucher erhalten damit einen zentralen Zugang zu Informationen, Angeboten und Erlebnissen rund um die Landesgartenschau und ihre elf Kommunen.
Die WebApp begleitet den Besuch von der Planung bis zum Aufenthalt vor Ort: Tickets können direkt gebucht, das umfangreiche Veranstaltungsprogramm eingesehen und individuelle Programmpunkte entdeckt werden. Auf den Ausstellungsgeländen unterstützt die WebApp bei der Orientierung und bündelt wichtige Informationen für den Besuch.
Gleichzeitig richtet sie den Blick über die Parks hinaus: Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele, Gastronomie, Veranstaltungen und weitere Angebote aus den Kommunen werden digital sichtbar und laden dazu ein, Oberhessen über die Landesgartenschau hinaus zu entdecken.
Damit wird die WebApp zu einem gemeinsamen digitalen Schaufenster für die Region. Sie verknüpft Orte und Angebote über kommunale Grenzen hinweg und macht die Vielfalt Oberhessens gebündelt zugänglich.