Die Macher der Landesgartenschau bauen ein neues grünes Herz für Büdingen
Erdhaufen, Schotterflächen, überall Baufahrzeuge – die Arbeiten auf dem Areal des neuen Stadtparks verursachten bei manchen Passanten bisher fragende Blicke. Während der Baustellenführung der Stadt Büdingen und der Landesgartenschaugesellschaft bestand die Möglichkeit, das Geschehen aus der Nähe zu betrachten und sich aus erster Hand zu informieren. Und das Interesse war groß. Etwa 110 Besucherinnen und Besucher lauschten den Ausführungen von LGS-Geschäftsführer Thomas Hellingrath und Bauleiter Christopher Blos. In zwei Gruppen bewegten sie sich entlang des Loops, also des Hauptwegs. Wo früher Sportplatz und Aschenbahn waren, entsteht das neue grüne Herz Büdingens – zum Flanieren, Erholen, Spielen, Turnen, als Treffpunkt oder für Veranstaltungen.

Spielfläche und Hochwasserschutz
Circa 100 neue Bäume sowie tausende Stauden und Zwiebelpflanzen werden insgesamt gepflanzt. Sie sind so angeordnet, dass sie vorwiegend den Rundweg und die Regengärten beschatten, während ein robuster Rasen in der Mitte des Parks Platz zum Picknicken, Spielen und für Veranstaltungen lässt. Die Grünfläche hat eine weitere Aufgabe: Sie liegt zwischen 0,60 und 1,20 Metern tiefer und wird bei Hochwasser und Starkregen das Wasser der Seeme und dem Überlauf der Straße Raum geben.
Die erste Gruppe lief parallel zur Eberhard-Bauner-Allee entlang der neuen Regengärten, wo bepflanzte Mulden das Niederschlagswasser aufnehmen werden.
Während der Rundweg mit einem hellen Asphalt gestaltet wird, liegt in diesem Bereich bereits ein spezielles Pflaster. In der Mitte erkennt man einen helleren Streifen, auf dem sich Rollatornutzer bequem und barrierearm bewegen können. Hängematten, Tischtennisplatten, Sitzecken und eine attraktive und zum Teil innovative Bepflanzung sorgen für eine besondere Umgebung und laden zum Verweilen ein.
Neu verlegt: Wasser, Strom, Licht
Doch nicht nur die Entwässerung wurde neu gedacht, sondern auch Leitungen neu gelegt: Wasser, Strom und Licht stehen künftig für Veranstaltungen und Feste zur Verfügung. Der Park wird im Übrigen beleuchtet, an mehreren Stellen werden Picknickecken, Sitzgelegenheiten und Waldliegen aufgestellt. Ein umfassender Spielbereich für Alt und Jung wird auf Höhe des Kindergartens Wassertröpfchen in Richtung Brunostraße gebaut. Auf dem inklusiven Spielplatz können Großeltern mit ihren Enkeln gemeinsam spielen. Für die jüngere Generation gibt es einen Basketballkorb und die Möglichkeit, sich an der Calisthenics-Anlage auszupowern. Zwei Boulebahnen und auch eine Tischtennisplatte bieten weiteren Spaß. An einem öffentlichen Trinkbrunnen können sich Spaziergänger erfrischen. In der Verlängerung in Richtung Seeme wird ein naturnaher Spielbereich entstehen.

Entlang des Baches haben die Besucher des Parks künftig an drei Stellen Zugang zum Bach. Zwei mit Sitzterrassen und eine Stelle, an der Treppen in die Seeme führen. Im dortigen Klimahain bietet eine Panoramaschaukel künftig Platz zum Entspannen.
Rathausvorplatz wird umgebaut
Nach dem Kinderfest am 3. Mai wird der Rathausvorplatz umgebaut. Wo jetzt reine Parkflächen sind, wird künftig ein Stadtsofa, eine Bühne für Kleinkunst oder anderes stehen. Ein Wasserspiel beziehungsweise ein Fontänenfeld und Bäume werden dem Bereich eine neue Aufenthaltsqualität verleihen.
Zahlreiche Bürger hatten Fragen: Kann ein Löschfahrzeug die Wege befahren? Ja, die Tragfähigkeit hält dem stand. Wer darf die Wege befahren? Der Weg wird vornehmlich für Fahrzeuge für die Parkpflege sein, die Nutzung wird jedoch die Stadt Büdingen festlegen. Warum kommt in das grüne Herz so viel Schotter? In erster Linie sorgt dieser für die Stabilisierung der Fläche und auch als Drainage. Was wird aus dem Clubheim der SG? Da dies kein Projekt der LGS ist, wird die Zukunft des geplanten Restaurants in den Händen des Investors liegen. Wird der Zaun, nachdem der Park fertig ist, bleiben? Nein, das Gelände wird nicht eingezäunt, sondern bleibt für alle offen und kostenfrei. Wer ist für die Pflege verantwortlich? Da die LGS-Gesellschaft nach der Landesgartenschau nicht mehr existieren wird, ist dies Sache der Stadt Büdingen. Das Team des Bauhofs hat umfangreiche Erfahrung in der Pflege der viel beachteten Staudenbeete. Werden die Toiletten saniert? Ja, die Stadt wird sie sanieren. Und nicht zu vergessen die Frage nach den zahlreichen Erdhügeln: Die Erde wird sortiert. Die belastete Schlacke der alten Aschenbahn wird fachgerecht entsorgt, anderer Boden wird wieder eingebaut. Das Lagern auf dem Gelände ist kostengünstiger, als die Erde abzutransportieren und später wieder anzufahren, informierte Christopher Blos.

Infos:
Während der anschließenden Informationsveranstaltung der Stadt Büdingen in der Willi-Zinnkann-Halle lauschten circa 50 Teilnehmende den Vorträgen. LGS-Geschäftsführer Thomas Hellingrath informierte über die aktuellen Entwicklungen, Anne Kemink vom Wetteraukreis über den Pavillon der Region, Arnika Haury über zehn laufende Projekte in der Kernstadt und in den Stadtteilen sowie über zahlreiche geplante Veranstaltungen während der LGS.
Auch die Kosten des Stadtparks und die Förderungen wurden nochmals aufgeschlüsselt. Die Gesamtkosten betragen etwa fünf Millionen Euro. Büdingen erhält rund 3,5 Millionen Euro an Fördermitteln, das heißt, dass 69 Prozent der Kosten übernommen werden. Der Eigenanteil der Stadt beträgt noch etwa 1,75 Millionen Euro. Zudem erhielt die Stadt im Zuge dessen eine Förderzusage von rund zwei Millionen Euro für die Infrastruktur eines neuen Kultur- und Begegnungszentrums am Dohlberg. Die Infoveranstaltung ist auf YouTube abrufbar.