Ehrenamtliche pflanzen mit Roland Braunwarth das Rosenbeet unterhalb des Gradierwerkes
Keine Leuchtreklame, kein Werbebanner, sondern sie sagen es mit Rosen. Maximilian und Tobias Häßner vom Modeunternehmen Textilium Nidda, Birgit Appel und Gernot Schnell von Poly-clip System in Gedern und Sandra Philipp von der Kaffeerösterei in Nidda trafen sich am Freitag in Nidda, um ihr Unternehmerbeet zu begutachten.
Ebenso wie Hassia Verpackung aus Ranstadt, die neu eröffnete „Auszeit“ in Nidda, Linak und die IHK Gießen-Friedberg haben sie dafür gesorgt, dass das Beet am Gradierwerk farbige Akzente setzt und von den Spaziergängern im Unteren Kurpark mit Wohlwollen betrachtet wird. Auch die ersten Insekten hatten sich bereits auf den Blüten eingefunden.

Doch bevor es so weit war, war tatkräftige Hilfe gefragt. Die Heimat verschönern und dabei noch Profis an der Seite haben: Ein zehnköpfiges Team machte sich am Freitag an die Pflanzung eines Rosenbeetes unterhalb des Gradierwerkes im Unteren Kurpark in Bad Salzhausen. Es waren allesamt Ehrenamtliche, die Roland Braunwarth und Ulrike Hansen-Röper nicht nur über die Schulter schauten, sondern auch tatkräftig mitanfassten. Hansen-Röper ist die gärtnerische Leiterin der Landesgartenschaugesellschaft. Landschaftsarchitekt Braunwarth hat Büdinger Wurzeln und reiste extra aus Dresden an. Dort arbeitet er für 360° Landschaftsgestaltung Georgi und hatte den Plan für das Beet ehrenamtlich erstellt. Sein Pflanzplan, nach der das Team arbeitete, erinnerte die Laien ein wenig an ein Schnittmuster. Dahinter verbirgt sich ein System. Das Ergebnis zeigt: Die Arbeit hat sich gelohnt. Hier trifft mediterrane Leichtigkeit auf naturnahe Vielfalt.

Schön, robust und insektenfreundlich
Drei Kriterien hatten sich die Planer vorgenommen: Die Pflanzung soll ansprechend gestaltet, robust und zugleich verlockend für Insekten sein. „Dieses etwas andere Rosenbeet zeigt, wie sich Schönheit, Klimaanpassung und Pflegeleichtigkeit verbinden lassen“, erklärt Roland Braunwarth.
Inspiriert von mediterranen Landschaften vereint die Pflanzung trockenheitsverträgliche Rosen, Kleinsträucher und Stauden zu einem lebendigen Gartenbild, das auch an diesem vollsonnigen, heißen Standort dauerhaft bestehen kann.
Fünf außergewöhnliche Strauchrosen in Rosa-, Weiß- und Violetttönen bilden das Herzstück.
Die Rosen werden von sorgfältig aufeinander abgestimmten Stauden und Kleinsträuchern begleitet, die ihre Wirkung unterstreichen. Die Frühblüher nehmen auch die Farben des künftigen Wechselflors auf, der in der Nachbarschaft gepflanzt wird. Heimische Wildstauden bereichern die Pflanzung zusätzlich und bieten Wildbienen und Schmetterlingen wertvolle Nahrung. Unterschiedliche Blütezeiten, Wuchshöhen und Blattformen sorgen über viele Monate hinweg für ein abwechslungsreiches Bild. Und die Pflanzung ist auf Dauer angelegt: Das Beet wird auch nach der Landesgartenschau die Besucher des Parks erfreuen.
Schilfgras gegen Unkraut
Auch bei der Pflege wurde darauf geachtet, den Aufwand gering zu halten. Die Pflanzung ist auf ein nährstoffarmes Substrat abgestimmt und benötigt dadurch nur wenig Dünger. Ergänzt wird noch ein Mulch aus geschreddertem Schilfgras. Er soll die Feuchtigkeit im Boden halten und verhindern, dass Unkraut zu schnell überhandnimmt.
Damit die Rosen und Kleinsträucher vital und blühfreudig bleiben, erhalten sie jährlich einen sogenannten Coppicing-Rückschnitt – so entsteht ein Rosenbeet, das attraktiv, klimaangepasst und insektenfreundlich ist, aber ganz bestimmt nicht langweilig.
