Wenn die Hummel mitentscheidet

Es dauert nur wenige Minuten, dann landet eine Hummel auf der lila blühenden Skabiose. Der Duft wirkt. Unter der bepflanzten Schale stehen Säcke Blumenerde – entscheidend ist dabei ein Wort, das auf allen zu finden ist: „torffrei“.

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Torffrei gärtnern!“ wird deutlich, wie wichtig nachhaltige Alternativen im Gartenbau sind. Auch die Landesgartenschau Oberhessen 2027 setzt hier ein klares Zeichen: Für alle Pflanzungen wird ausschließlich torffreie Erde verwendet.

Im Unteren Kurpark in Bad Salzhausen entstehen bis 2027 Blumenschauen, Wechselflorflächen, Staudenpflanzungen und Schaugärten. Gemeinsam mit der gärtnerischen Leiterin Ulrike Hansen-Röper setzt Geschäftsführer Thomas Hellingrath dabei konsequent auf torffreie Substrate.

Warum torffrei? „Vor allem wegen des Umwelt- und Insektenschutzes“, erklärt Hellingrath. Torf entsteht in Mooren über Jahrtausende und speichert große Mengen Kohlenstoff. Beim Abbau wird CO₂ freigesetzt, gleichzeitig gehen wertvolle Lebensräume verloren. Wer torffrei gärtnert, trägt dazu bei, Moore zu schützen und den Klimaschutz zu unterstützen.

Herkömmliche Blumenerde enthält häufig noch hohe Torfanteile. Ein Blick auf die Kennzeichnung „torffrei“ oder „ohne Torf“ hilft bei der Auswahl. Auch die Pflege unterscheidet sich: besser häufiger und in kleinen Mengen gießen, Nährstoffe gezielt ergänzen und geöffnete Säcke trocken lagern. Als Alternativen kommen Holzfasern, Grüngutkompost und Kokosmaterialien zum Einsatz.

Die Wirkung zeigt sich schnell: Neben der Hummel entdecken weitere Insekten die Blüten. In der naturnahen Gartengestaltung spricht man davon, „Tiere zu pflanzen“. Mit der richtigen Auswahl – und torffreier Erde – wird aus einer Pflanzung ein Lebensraum.

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